30 Jahre grüne Politik im Kalletal

Am 5. Dezember 1984 fand im "Kalldorfer Brunnen" die Gründungsversammlung der Kalletaler Grünen statt. Unter dem Motto "Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt" fanden sich die unterschiedlichsten Frauen und Männer zusammen, um die Kalletaler Welt und Umwelt radikal zu verbessern.

Frustrierte Ex-SPDler, Realos, Fundis, Naturschützer und wer sonst noch die Welt verbessern wollte stürzte sich in das politische Geschehen im Kalletal. Ausstieg aus der Atomenergie, Basisdemokratie, Feminismus und eine ökologische Neugestaltung waren die Themen, die uns begeisterten.

Spezielle Themen im Kalletal waren damals: Verhinderung eines Heidelbecker Ferienparks, der Ausbau des WFZ, Abschaffung des Tierparks, Untersuchung der Müllhalden auf Altlasten, die hohe Nitratbelastung der Brunnen, die Situation des Jugenzentrums, der Ausbau der B 238, das Waldsterben, Weihnachtsgeld für in der Gemeinde untergebrachte Asylbewerber, Schaffung von Gesamtschulen, Einstellung eines Energieberaters, der Ausbau des Radwegesnetzes, Solarheizung für das Freibad usw. In der Zusammenarbeit miteinander und der Auseinandersetzung mit den anderen gesellschaftlichen Kräften tauchten wir ein in eine neue, interessante Welt.

Fünf Jahre später, am 1. Oktober 1989, traten wir Kalletaler Grünen das erste Mal zur Gemeindewahl an und konnten 6,6 Prozent der Stimmen erringen. Damit erreichten wir Fraktionsstatus und zogen mit Wilma Gläsker und Karl-Heinz Schauf in den Gemeinderat ein. Wir schlossen mit den Sozialdemokraten eine Vereinbarung über gegenseitige Zusammenarbeit - aber keine Koalition.

Jetzt lernten wir Politik live im Rat. Die Genossen versuchten, uns als Stimmgeber zu benutzen und möglichst wenig ihrer alteingesessenen Macht abzugeben. Die Arbeit im Gemeindeparlament hatten wir uns nicht so frustrierend vorgestellt. Trotzdem konnten wir in der öffentlichen Meinung und in der Politik den Stellenwert von Ökologie und Umweltschutz ausbauen - konnten den Natur bedrohenden Ferienpark Heidelbeck zusammen mit einer Bürgerinitiative stoppen und den Ausbau des Weser-Freizeit-Zentrums in Grenzen halten. Das Thema ökologische Bebauungsgebiete wurde von uns im Rat vorgestellt und eingefordert, leider bis heute ohne wirklichen Erfolg.

Bei der Kommunalwahl 1994 konnten wir nur noch 5,7 Prozent der Stimmen auf unserem Konto verbuchen und verloren den Fraktionsstatus. Sechs Stimmen fehlten am zweiten Mandat! Im Rat wurde die SPD nach 25jähriger Herrschaft abgelöst durch CDU und UKB. Es kam eine schwierige Zeit auf den Kalletaler Ortsverband der Grünen zu. Viele der Gründungsmitglieder standen für eine weitere Arbeit nicht mehr zur Verfügung. Einige waren umgezogen, andere sahen ihre politische Heimat nicht mehr bei den Grünen. Schwere Zeiten! Bei den Wahlen 1999 zog für die Bündnisgrünen Uwe Zimmermann in den Rat ein und versuchte, das grüne Fähnchen hoch zu halten.

Bei der Kommunalwahl 2004 gelang es des Kalletaler Grünen wieder, zwei Ratsmandate und damit Fraktionsstatus zu erlangen. Neben Uwe Zimmermann zog Annette Vollmann in den Rat ein. Zur Kommunalwahl 2009 traten wir mit Cornelia Hauptfleisch als Spitzenkandidatin an. Sie setzte gemeinsam mit Ulrich Kellmer die grüne Ratsarbeit fort. Aus der Kommunalweahl 2014 gingen Ulrich Kellmer und Annette Vollmann als Ratsmitglieder der Grünen hervor.

Offiziell vertreten wird unser Ortsverein im Jahr 2014 durch die Sprecher Jürgen Georgi und Florian Schön. Fraktionsvorsitzender ist Ulrich Kellmer.

URL:http://gruene-kalletal.de/startseite/